
Die Speditionsbranche ist nicht zuletzt durch die zunehmende Zahl osteuropäischer Transportunternehmen einem immer härter werden Wettbewerb ausgesetzt. Auf der Kostenseite haben u.a. die gestiegenen Energiekosten dafür gesorgt, dass die notwendigen Gewinne der Unternehmen weiter geschmälert werden. Angekündigte Kostensteigerungen werden spätestens mit Einführung der Maut in 2005 folgen.
Um den sich negativ veränderten Marktbedingungen durch innovative Ausrichtung Rechnung zu tragen, haben erfolgreiche Unternehmen in dieser Branche sich mit einer spezifischen Ausrichtung ein eigenständiges Profil gegeben und erreichen damit eine bessere Marktstellung. Zu diesen erfolgreichen Unternehmen zählt die Firma DOLD mit Stammsitz in Buchenbach.
Jüngstes Beispiel der innovativen Ideen des Unternehmers Dold ist der Feldversuch mit Biodiesel. Wenn in Kürze die endgültigen Ergebnisse der Ölanalysen vorliegen, will Dold entscheiden, ob er künftig alle Lkw, auch die in Alzey, mit Biodiesel anstelle von herkömmlichem Sprit tanken wird. Bei 140.000 Liter Sprit, welche die Laster von Dold im Monat verbrauchen mache sich das finanziell bemerkbar. 600 Liter fassen die meisten Lkw-Tanks, so Dold. Vorteilhaft sei auch, dass der Biodieselpreis nicht von Tagesschwankungen betroffen sei.
Der Fuhrpark am Standort Buchenbach besteht aus über 14 Lastwagen und im rheinhessischen Alzey werden weitere 37 Fahrzeuge für die täglichen Aufträge eingesetzt. Während sich in Buchenbach die Aufgaben auf Holztransporte konzentrieren, hat sich das Unternehmen in Alzey auf Aktivitäten aus der Papierbranche fokussiert. An diesem Firmensitz übernimmt Dold unter anderem den Transport von Verpackungsmaterial für die Fa. THIMM.
Hatte man sich bisher in Alzey der konventionellen Verladungsart von Paletten durch Gabelstapler auf Standard-LKW bedient, so erhoffte man sich durch die neue automatisierte Transporttechnik einerseits und durch das neue Lager andererseits eine deutliche Kostenreduktion bei gleichzeitiger Erhöhung der Sicherheit und Qualität, was Transport und Lagerung anbelangt.
Zur Umsetzung dieser Aufgaben setzte man bei Dold auf das Know How von Westfalia Storage und Loading Systems.
Westfalia Storage Systems erhielt den Auftrag für die Lieferung eines Satelliten-Kompaktlagers, das in den Neubau mit den Maßen 77 m Länge x 18 m Breite x 12,5 m Höhe einzurichten war. Der Baukörper wurde in 2 Lagerblöcke mit 5 Ebenen und 52 Kanälen aufgeteilt. Die Tiefe der Kanäle variierte dabei zwischen 5 und 9 Paletten hintereinander, wobei die Artikel und deren Umschlagsgeschwindigkeit als Entscheidungskriterien maßgeblich waren. Bei Dold in Alzey werden neben den Europaletten (1200 x 800 mm) auch Industriepaletten (1200 x 1000 mm) gelagert. Die Lagerkapazität wurde mit 4.375 Palettenstellplätzen berechnet.
Westfalia lieferte im Rahmen dieses Auftrages das Regal, die Regalförderzeuge (RFZ), sowie die zu- und abführende Fördertechnik, inkl. der Zweiplatz-Quertransportwagen (QTW). Die Westfalia Software Kompetenz war für die Bestellung des Standard Software-Paket 2004 ausschlaggebend. Auf Kundenwunsch wurde eine Speziallösung für den Druck der Barcodeetiketten vorgesehen, um die notwendigen Angaben für die Ein- und Auslagerungsprozesse zu erhalten. Zu diesen Informationen zählen Artikelnummer, Gebindemenge, Anzahl der Paletten und MHD gedruckt. Die Datenverfolgung beginnt bereits hinter dem Quertransportwagen, denn auf beiden Seiten des Gurtförderers sind 2 Scanner angebracht, die geeignet sind, selbst bei großem Leseabstand die Etiketten zu scannen.
Der an Westfalia erteilte Auftrag beinhaltete neben dem Lager als weiteren wesentlichen Bestandteil einen 2-achsigen SpeedLoader als Auflieger und 2 automatische Verladesysteme. Dieser Auftrag wurde von Westfalia Loading Systems übernommen.
Die genaue Spezifikation dieses Teilauftrages lautete:
Die Zuführung der Paletten für konventionelle Beladung aus dem Lager über 8 Gefällebahnen zur Bereitstellung von zum Versand anstehenden Paletten in der Größenordnung von 2 LKW-Ladungen (insgesamt 52 oder 64 Paletten).
Mit der Installation der SpeedLoader und des Lagers begannen die Westfalia- Mitarbeiter im Mai bzw. November 2003 und beendeten diese Arbeiten mit der Inbetriebnahme im Januar 2004.
Der mobile SpeedLoader mit TBS-System, ein Kofferfahrzeug mit 2 Achsen und den Maßen 13.620 mm Länge, 2.550 mm Breite und 4.000 mm Höhe, übernimmt den Shuttleverkehr auf der 0,5 km langen Strecke zwischen Produktion der Fa. THIMM und Lager der Fa. DOLD. Mit ihm wird der größte Teil der Produktion – ausgenommen Sonderabmessungen und Direktbelieferungen von Großabnehmern – transportiert.
Das zu transportierende Verpackungsmaterial (Kartonagen) kann in diesem Fahrzeug entweder mit maximal 32 Euro- (800 x 1.200 mm) oder 26 Industriepaletten (1.000 x 1.200 mm) bis zu einer maximalen Nutzlast von 21.000 kg befördert werden.
Im Lager sind zur Abnahme zwei auf Bodenebene nebeneinander liegende automatische TBS-Systeme installiert. Sie bilden die Schnittstelle zum Westfalia Satelliten-Kompaktlager: Die eintreffenden Paletten werden dabei automatisch vom SpeedLoader entladen und über die Fördertechnik dem Lager zugeführt. Dieser Prozess wird durch den Zweiplatz-Quertransportwagen mit Hubtisch übernommen. Nach der Vereinzelung der Warenladung werden die Paletten in das neue Hochregallager automatisch eingelagert.
Die Auslagerung der Paletten erfolgt in umgekehrter Richtung. Über Gefällebahnen oder über das Transportbandsystem gelangen die zur Auslagerung vorgesehenen Paletten in die Versandzone. Mit dem stationären SpeedLoader werden die Paletten automatisch auf den mobilen SpeedLoader befördert.
Obwohl bei Dold rund um die Uhr, in 3 Schichten, gearbeitet wird und die Soll- Leistung des Satelliten auf 58 Paletten/h ausgelegt wurde, sah die Konzeption von Westfalia im automatischen Lager nur ein Regalförderzeug vor. Dieses musste allerdings besonders schnell sein, um den Anforderungen zu genügen: Mit einer Fahrgeschwindigkeit von 200 m/min, bei einer Hubgeschwindigkeit von 90 m/min, ist es optimal für seine Aufgabe gerüstet.
Damit der Satellit nicht zum Engpass wird, wurde er auf eine Fahrgeschwindigkeit von 90 m/min ausgelegt. Diese Leistung bringen die Aggregate bei Ladungsgewichten zwischen 200 und 1.000 kg pro Palette.
Die automatische Palettenausrichtung ist eine Sonderkonstruktion, um die Schiefstellung der Ware auf der Palette – in definierten Grenzen – wieder ausgleichen zu können. Bei komplett unsachgemäßer Beladung allerdings kann auch dieses System keinen Toleranzzustand herstellen.
Wie auch schon der Lieferumfang von WESTFALIA STORAGE SYSTEMS (Hochregallager, Quertransportwagen etc.) durch einen Service-Vertrag abgedeckt ist, so sollen auch die SpeedLoader und die Ausrichtstation von WESTFALIA LOADING SYSTEMS einen Wartungsvertrag erhalten.
Mit der Investition in das automatische Satelliten-Kompaktlager in Alzey hat Dold die konsequente Neuausrichtung der Logistik durchgeführt. Diese bietet dem Unternehmen eine Steigerung der Lagerleistung. Durch eine Vernetzung der Produktion mit dem automatischen Hochregallager via Shuttledienst und der Integration der automatischen Be- und Entladung mit dem SpeedLoader eröffnen sich schnelle Reaktionszeiten zwischen Produzenten und Logistikdienstleister. Im Sinne eines kundenorientiertes Handelns bietet Dold seinem Kunden so eine attraktive Dienstleistung.