Borgholzhausen, 17. März 2026 – Das Warehouse Execution System Savanna.NET® des westfälischen Lagerautomatisierers Westfalia Technologies vereint Warehouse Management und Materialflusssteuerung unter einer Oberfläche, verringert den Bedarf nach Einzelsoftware und potenziell fehleranfälligen Schnittstellen. Es lässt sich an jedes Enterprise Ressource Planning-System (ERP) oder Produktionsplanungs-System (PP) koppeln.
„Der Funktionsumfang passt sich den individuellen Prozessen und Lagerdimensionen an“, sagt Esther Savelsberg, Software & IT Consultant der Westfalia Technologies GmbH & Co. KG. „Das heißt, wir bieten vor allem das vollautomatisierte Lagersystem mit Schnittstellen zu Robotiksystemen. Wir können aber auch eine Kleinstlösung für manuelle Blocklagerung realisieren und damit die Lagerung mit Stift und Papier ersetzen. Keine gedruckten Wareeingangs- und Einlagerungslisten mehr, keine Inventur- oder Kommissionierlisten mehr, kein anschließender potenziell fehleranfälliger Nachtrag ins System, sondern Buchung in Echtzeit. Savanna.NET® ist hochgradig individualisierbar und skaliert mit.“
Wächst die Intralogistik der Kunden, sind Softwarewechsel und langwierige Nutzerschulungen unnötig. Savanna.NET® wird dann einfach erweitert und angepasst: „Der Übergang von der manuellen zur vollautomatischen Lagerung und die Integration manueller oder teilautomatisierter Bereiche im Gesamtsystem läuft nahtlos und auf derselben Oberfläche – der Savanna.NET® Software Suite.“
Hochkompatibel mit ERP-Systemen
Westfalias etwa 40-köpfiges Entwicklerteam hat Erfahrung in der Kopplung und Anpassung an Dutzende ERP-Systeme. „Das kann SAP, ein kleines ERP-System für den Mittelstand oder auch ein PPS sein – wir können alles abbilden, was der Kunde einsetzt“, sagt Esther Savelsberg: „Das umfasst die Einbindung alter Filetransfer-Schnittstellen genauso wie die Datenbank-Kopplung über TCP/IP-Schnittstellen bis hin zu modernen webbasierten REST-Schnittstellen.“ Das WES und Westfalias Software Engineering ermöglichten flexible Erweiterbarkeit bei wechselnden Use-Cases und den Langzeitsupport von Produktversionen, „auch wenn Kunden Ihre ERP-Systeme modernisieren.“
Westfalia hat sein WES bereits an die ERP-Systeme SAP, ComArch, SEMIRAMIS, SOFTLINE, C3, GDI, SAGE, Navision, MS Dynamics 365 Business Central (BC) und SSH gekoppelt. „Wir prüfen, welche Daten Savanna® und welche Daten das ERP-System aus Savanna® benötigt, und passen diese Prozesse entsprechend in jeder Software an“, so Savelsberg. „Wir sind in der Lage, das System nach dem ersten Go Live immer wieder zu erweitern und zu verändern.“
Das papierlose manuelle Blocklager
Savanna® managt die manuelle Blocklagerung mit oder ohne Stellplatzverwaltung per Mobiler Datenerfassung (MDE) statt per Pen & Paper. Über beliebige Datenendgeräte wie Workstation, Staplerterminal oder industriellem Handheld lassen sich jederzeit exakte Positionen von Lagereinheiten ermitteln, Bestände überprüfen, Tasks zuteilen, abarbeiten und quittieren. Diese Daten müssen nicht umständlich und nachträglich in ein System übertragen werden. „Savanna® radiert typische Fehler manueller Lagerung aus und bietet eine gute Basis für Wachstum, Automatisierung und Optimierung der Intralogistik“, sagt Esther Savelsberg: „Die Digitalisierung verschafft umfangreiche Möglichkeiten der Auswertung und laufenden Bestandsoptimierung wie ABC-Analysen für die optimale Sortimentsstruktur, die optimale Lagerauslastung und den schnellsten Zugriff auf alle Paletten.
Vollautomatisches Hochregallager mit Tourenbereitstellung
Die Maximallösung mit dem WES „ist das vollautomatisierte Hochregallager mit Bereitstellungspuffer für die sequenzierte Tourenbereitstellung für Zehntausende von Stellplätzen, in das manuelle oder vollautomatisierte Kommissionierlösungen eingebunden sind“, beschreibt Adrian Pfreundschuh, Leiter Software Engineering bei Westfalia. Savanna® bietet dabei die zeitbasierte vollautomatisierte Bereitstellung von Touren, betrachtet die benötigten Sequenzen und kürzesten Transportwege. „Solche Sequenzierungspuffer haben wir beispielsweise in Systemen eines der Weltmarktführer für temperaturkontrollierte Logistik, Lineage Logistics, in Rotterdam, Lelystad und Harnes realisiert.“ Touren werden dabei in einem separaten Pufferlager just-in-sequence für die Verladung beispielsweise auf Containerschiffe bereitgestellt.
Order und Artikel-Picking sind vor oder während der Verladung möglich, Materialflüsse und Lagerverwaltung werden auf höhere Leistung oder Kapazität ausgerichtet. „Das heißt zum Beispiel, die Software priorisiert zu Spitzen-Versandzeiten die Auslagerungen. Danach werden die Transportkapazitäten von Förder- und Lagertechnik wieder auf die Einlagerung von Ware konzentriert“, so Pfreundschuh. „Wie die Prioritäten und Prozesse gesetzt werden, hängt stark davon ab, wie das Lager und der Materialfluss strukturiert sind. Savanna® entscheidet eigenständig auf Basis der Lagerauslastung, in welcher Reihenfolge es die Aufgaben abarbeitet. Viele Lagersysteme legen am Tag die Priorität auf Auslagerungen und starten in der Nacht die automatische Einlagerung. So können Chargen aus der Produktion über Nacht in das Lager geschoben werden.“
„Wir optimieren Lagerlogistik mehrstufig und je nach Anwendungsfall mit unterschiedlichen Prioritäten wie Performance, Kapazität, Kosteneinsparung, Flächeneinsparung und Ordnung, für volle Bestandskontrolle und sichere, fehlerfreie Prozesse. Dabei gilt es, die richtige Balance zwischen Performance und Kapazität zu finden.“ Savanna® habe verschiedene Lagerstrategien im Standard, die individuell kombiniert oder konfiguriert werden können: „Mit Savanna® erzielen wir das optimale Ergebnis.“
Labeldruck, mehrdimensionale Fachverwaltung und Robotik
In manuellen wie automatischen Systemen kann Savanna® Label beispielsweise für die Einlagerung oder Neugruppierung von Waren auf Paletten erstellen. Das WES beherrscht die multidimensionale Fachverwaltung und flexibel sowie vollständig von beiden Seiten bedienbare Mittelblöcke. Unterschiedliche Formate von Lagereinheiten werden in Lagerkanälen kombiniert. „Das ist zum Beispiel für die Holzbranche und Wellpappen-Hersteller interessant, die ungewöhnliche Formate platzsparend lagern müssen“, erklärt Esther Savelsberg.
Das WES bindet zudem problemlos Robotiksysteme wie Pickroboter oder AMRs ein. Als Teil der WORTMANN Gruppe erweitert Westfalia künftig sein Portfolio um KI-gesteuerte Robotik im industriellen Umfeld – beispielsweise für die Lagerreinigung oder Kommissionierung.
Stark bei mittleren Lösungen für den Mittelstand
Bei den mittelgroßen Lösungen spiele Westfalia seine Stärken voll aus, so Savelsberg: „Vom Mittelstand für den Mittelstand, in einer direkten, unkomplizierten Umsetzung, mit teil- oder vollautomatisierten Prozessen.“ Diese Kunden benötigten typischerweise ein größeres Lager, „aber kein überdimensioniertes. Möglicherweise ohne Robotik, ohne komplexe Kommissionierung, dafür mit punktgenauer Fördertechnik und der Kopplung an ein ERP-System.“
Entscheidend sei das richtige Verhältnis zwischen Standardisierung, welche das WES unaufwändiger und wirtschaftlicher in der Wartung mache, und individuellem „Feintuning“: „Wir gehen die Prozesse durch, finden Verbesserungspotentiale, beraten bei der Konzeptionierung der Ideallösung und realisieren genau das Lager, das zum Kunden passt. Mit den Funktionen, die in der täglichen Logistik wirklich weiterhelfen.“